Motivation
Jetzige und zukünftige Generationen brauchen Orientierung in Energiefragen, also realistische und dennoch begeisterungsfähige Ziele, die eigenverantwortliches Handeln auslösen. Die Bundesregierung hat die Chance, ein Signal zu setzen, dessen positive Wirkung insbesondere auf jüngere Jahrgänge nicht zu unterschätzen ist.
Da die bekannten und abschätzbaren Reserven von Öl, Gas und Uran nach allen seriösen Prognosen in diesem Jahrhundert, d.h. in wenigen Generationen, aufgebraucht sein werden, müssen wir früher oder später unseren Energiebedarf zu 100% aus erneuerbaren Energien decken.
Es gibt bereits eine ganze Reihe von guten Ideen und beschlossenen Maßnahmen einer zukunftsweisenden Energiepolitik. Dabei werden als Ziele bestimmte Prozentanteile erneuerbarer Energien zu verschiedenen Zeitpunkten genannt.
Diese Darstellung löst jedoch wenig Begeisterung aus, da sie nur einen bestimmten Schritt zeigt, ohne dass eigentlich klar ist, wie die Situation am Ende aussehen wird. Denn was bedeuten 20% Anteil erneuerbarer Energien für die Gesellschaft und für einen persönlich?
Eine Vision definiert dagegen ein Ziel, an dem sich zukünftige Entscheidungen – persönliche, politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche – orientieren können.
Und dies ist das Neue an der Vision „Deutschland energieautark im Jahr 2040“ :
Sie erzeugt Optimismus, zeichnet ein realistisches Zukunftsbild und bündelt alle notwendigen Aktivitäten in eine gemeinsame Richtung.
Die Begründungen, warum diese Vision auch realistisch ist, werden im Folgenden dargelegt:
Wieso Deutschland?
Deutschland ist bereits jetzt Vorreiter bei erneuerbaren Energien. Deutschland hat auch ein großes gesellschaftliches, wirtschaftliches und technisches Potenzial, was die Umsetzung dieser Vision anbelangt. Diesen Vorsprung kann Deutschland nutzen und eine enorme Dynamik in der Gesellschaft erzeugen. Und schließlich ist Deutschland unser Land, dem wir verpflichtet sind.
Wieso energieautark?
Dass Energieautonomie bei einer dezentralen Energieversorgung technisch und wirtschaftlich möglich ist, lässt sich bereits jetzt beweisen. Wenn man sich vornimmt, jedes Gerät, jede Maschine, jedes Verkehrsmittel, jedes Gebäude, jedes Unternehmen, jedes Dorf, jede Stadt, jede Region, jedes Bundesland so weit wie möglich energieautark zu machen und die im Einzelfall noch fehlende Energie aus dem näheren Umfeld zu beziehen, dann kann Deutschland tatsächlich energieautark werden.
Deutschland kann sich so von Energieimporten unabhängig machen. Private und staatliche Mittel werden frei, die in den Mittelstand, die Landwirtschaft und die Industrie fließen, wodurch flächendeckend neue Arbeitsplätze entstehen können.
Anregungen, wie Sie sich ein energieautarkes Deutschland vorstellen können, finden Sie unter Hintergrund.
Wieso das Jahr 2040?
Der Zeitraum von dreieinhalb Jahrzehnten ist realistisch, da dieser etwa ein bis anderthalb Generationen entspricht, so dass genügend Zeit besteht, sich auf die Veränderungen einzustellen. Stellen Sie sich auch nur mal vor, wie viel sich in den Jahren vom Ende des 2. Weltkriegs bis 1980 in Deutschland geändert hat. Zudem könnten zwei langfristige Innovationszyklen durchlaufen werden.
Es ist auch der Zeitraum, in dem die Kosten zur Erschließung zusätzlicher Öl-, Gas- und Uranvorkommen deutlich ansteigen dürften – ganz abgesehen von zunehmenden Umweltrisiken, wirtschaftlichen und politischen Abhängigkeiten. Letztlich ist das Jahr nicht so entscheidend, allerdings erscheint 2030 als etwas zu früh und bei 2050 dürfte dem Großteil der Bevölkerung der persönliche Bezug fehlen.
Ausblick
Aus der Vision können sich zahlreiche abgeleitete Ziele und ein regelrechter regionaler und privater Wettbewerb entwickeln, z.B.
„Mein eigenes Haus energieautark im Jahr 2010“,
„Gräfenhainichen erste energieautarke Stadt Sachsen-Anhalts im Jahr 2020“ (diese Stadt hat tatsächlich schon mit konkreten Schritten begonnen),
„Bayern erstes energieautarkes Bundesland Deutschlands im Jahr 2030“, usw.
Wir sind überzeugt, dass mit einer solchen Vision eine außerordentliche gesellschaftliche und unternehmerische Dynamik in Gang gesetzt wird. Diese Dynamik wird zudem eine große Strahlkraft auf andere Länder entfalten, sowohl auf Industrie- als auch Entwicklungsländer. Sobald die Idee in Deutschland greift, werden wir sie in andere Länder und Regionen „exportieren“.
Konkrete Schritte
Ende Januar 2006 wurden in Vorbereitung auf den Energiegipfel vom April 2006 folgende Politiker angechrieben, mit der Bitte, diese Vision zum Thema des Energiegipfels im April zu machen:
- Die Bundeskanzlerin,
- den Bundespräsidenten
- die Parteivorsitzenden von CDU, CSU, SPD, Bündnis90/Die Grünen und FDP,
- den Bundesumweltminister
- den Bundeswirtschaftsminister
Das Anschreiben und die Antworten können Sie unter Rückmeldungen lesen.
Erwartungsgemäß war die Zeit zu kurz, um die Vision auf die Tagesordnung zu bringen. Wir haben die Idee an Unternehmen und Verbände der erneuerbaren Energiewirtschaft sowie an Umweltorganisationen und bestimmte Zeitschriften herangetragen.
Den meisten erscheint das Ziel noch zu gewagt. Aber durch die verstärkte Diskussion über den Klimawandel in den letzten Monaten ist die Dringlichkeit eines Bewusstseinswandel aber deutlich geworden.
So wurde beispielsweise eine andere Initiative ins Leben gerufen, die wir unterstützen:
100% Erneuerbare Energien
Unsere Initiative wird mindestens so lange bestehen bleiben, bis die Energiewende unumkehrbar eingeleitet ist.
Wir hoffen, dass sich möglichst viele Mitbürger, Unternehmen und Institutionen von dieser Idee anregen lassen und anfangen, darüber nachzudenken, wie sie selbst energieautark werden können.